Das Jahr 2017 war das wohl aufregendste und wundervollste Jahr, welches ich erlebt habe – Ein Rückblick

Das Jahr 2017 war das wohl aufregendste und wundervollste Jahr, welches ich erlebt habe. Erlebte ich bis Ende April noch lauter Abenteuer während meines Erasmus-Aufenthalts, lernte neue tolle Leute aus der ganzen Welt kennen, erlebte ich nach meinem Unfall und der monatelangen Rehabilitation meines Beines eine sehr schmerzhafte Zeit, in der ich ausgesprochen viel Liebe von allen Seiten bekam. Das Jahr 2017 war ein Auf und Ab der Gefühle. Es gab viele Höhen, viele Tiefen. Dank meines Unfalls lernte ich einen ganz wundervollen Menschen kennen, konnte alte Freundschaften aufblühen lassen, tat den wohl größten Schritt meines Lebens, in dem ich meine alte Universität hinter mir ließ, und genau das in der Heimat anfing zu studieren, was ich seit Jahren unbedingt tun wollte. Im September schloss ich dann auch endlich mit einer Sache ab, die mich jahrelang verfolgt hatte. 2017 war mein Jahr.

Zu Beginn des Jahres, an meinem Geburtstag, ging es für mich das erste Mal auf einen Tagestrip nach Narbonne/Gruissan. Ich habe meinen Geburtstag jahrelang alleine gefeiert. Zum einen, weil er immer unter der Woche war, oder genau in die Prüfungsphase fiel. Dieses Jahr war es etwas anderes. Blöderweise erwischten wir genau den Tag, an dem Sturmwarnung für den Süden Frankreichs galt. Es hat wie aus Eimern geregnet und stark gewindet. Egal. Der Tag war trotzdem einfach nur wundervoll.


Auf dieser Reise beschäftigte ich mich mit dem Thema der „Ewigenreisenden“, denn so fühlte ich mich Anfang diesen Jahres. Ich wusste nicht, wo ich mich in Zukunft sah, und vor allem, wo mein Platz in der Welt war. Nichts fühlte sich richtig an, nichts fühlte sich wirklich wie ein Zuhause an. Anfang des Jahres war ich mir sicher, dass meine Heimat, meine damalige Studentenstadt, aber auch nicht Frankreich mein Zuhause werden sollte. Anfang des Jahres war ich mir sicher, dass mich mein Weg noch weiter wegführen würde…

Im Februar, und ich plante den Aufenthalt so clever vom 13 bis 15 Februar, ging es für mich nach Paris. Architektonisch ist Paris wunderschön, und deshalb ein Besuch wert. Ansonsten hatte ich einen Kulturschock. Obdachlose, die quer über die Straßen liegen, und Menschen, die gestresst über sie drüber steigen, Verkehrslärm, Hektik, viele Touristen und dann das unwohle Gefühle, in Zeiten von Terror an so öffentlichen Plätzen wie dem Louvre, Notre Dame oder dem Eiffelturm zu stehen. Nicht zu vergessen, dass das alles genau um den Valentinstag herum war. Pärchen, kuschelnde, küssende Zweiergespanne, vor deren Selfiekamerasticks man sich in Acht nehmen musste. So schön wie Paris wohl auch sein konnte, hatten mir die zwei Tage definitiv gereicht.

Ende März folgte dann der wohl schlimmste Moment, als ich mir das Kreuzband und den Meniskus beim Trampolinspringen riss. Es folgten wochenlanges im Bett liegen und vereinzelt Arztbesuche. Das alles in Frankreich, das alles fast auf mich alleine gestellt, wären da nicht zwei liebste Menschen gewesen, die für mich einkaufen gingen, mir Gesellschaft leisteten. Der Unfall war der Horror, die Rehabilitationsphase genauso grauenvoll, und doch war der Unfall wohl das beste, was mir hätte passieren können.

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Im September ging es für mich nach Hamburg und Rügen. Dieser Urlaub war bereits jahrelang geplant und endlich kam ich dazu. Hamburg ist eine wunderschöne Stadt. Für eine Großstadt sind die Menschen ausgesprochen entspannt und freundlich. Die Stadt selber ist ausgesprochen sauber. Nichts im Vergleich zum eher dreckigen Berlin oder Paris. Mit dieser Reise konnte ich endlich ein bestimmtes Kapitel abschließen, welches noch auf sein Ende gewartet hatte. Diese Reise bedeutet mir daher sehr viel für das Jahr 2017.

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Im Oktober begann ich dann endlich an einer neuen Universität zu studieren. Ich ließ meine alte hinter mir, meine alten Kommilitonen, meinen Bachelor, um endlich das zu studieren, was ich schon seit Jahren wollte und mich nie getraut hatte: Lehramt. Staatsexamen. Für mich war das ein riesiger Schritt. Vor allem aus dem Grund, weil ich dafür zurück in die Heimat zog. Nach dem Abitur wollte ich weg, so weit weg wie möglich. Jetzt bin ich zurück und bin glücklicher als jemals zuvor. Seit diesem Jahr glaube ich wieder sehr an das Schicksal. Mein Unfall hat so viele Kettenreaktionen ausgelöst, die mich jetzt Ende Dezember 2017 zu einem Punkt geführt haben, an dem ich bis über alle Ohren strahle. Wäre der Unfall nicht gewesen, wäre alles wahrscheinlich nie so gelaufen. Es ist schon verrückt, wie das Leben spielt.

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Veröffentlicht von

Iris

2013 entschied ich meine Heimat in Bayern zu verlassen, um in Sachsen-Anhalt zu studieren. Drei Jahre später zog es mich dort fort, nach Frankreich. Jetzt, einige Monate später, bin ich zurück in Deutschland und plane bereits meine zukünftigen Wohnorte. Ich liebe es zu schreiben. Kleine Geschichten, lange Romane. Meistens sind sie ausgedacht, nie so geschehen, nur Teil meiner Fantasie. Aber ich liebe es mit dem Gedanken des Was-Wäre-Wenn zu spielen. Da die Texte wahrscheinlich dann eh nur in den letzten Ecken meines PCs verschwinden würden, möchte ich sie hier veröffentlichen. Ich will ihnen einen Platz geben, wo sie sich präsentieren können und gelobt sowie kritisiert werden. Ich möchte mich als Schriftstellerin weiterentwickeln. Das geht nur mit ernsthafter Kritik. Begleitet mich auf meiner Reise zwischen Realität und Fantasie, zwischen Wahrheit und Fiktion.

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